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Archiv für die Kategorie „Community“

Das Schulbuch der Zukunft ist ein
Schulbuch der Schüler

Sonntag, 13. November 2011

Eine Meldung von Markus Beckedahl, auf seiner Homepage netzpolitik.org hat jüngst die deutsche Edublogger-Community aufgeschreckt. In einem Vertrag zwischen den Kultusministerkonferenzen der Länder und dem Verband der deutschen Schulbuchverlage (VdS) wurde unter anderem vereinbart, dass die Verlage kommunalen und privaten Schulträgern eine Plagiatssoftware zur Verfügung stellen, die automatisch die Speichersysteme in mindestens 1% der öffentlichen Schulen nach nicht genehmigten Kopien durchsuchen soll. Gemäß der Statistiken des Statistischen Bundesamtes, beträfe das ca. 340 Schulen. Der damit transparent werdende enorme Vertrauensbruch gegenüber den Lehrern und die datenschutzrechtlich höchst bedenkliche Durchführung dieser Maßnahme führte zu empörten Diskussionen über die breit vernetzten Twitter-Clients der Edublogger. Christian Füller, Taz-Autor und Bildungsexperte, regte eine breitere Diskussion an, die voraussichtlich in zwei öffentlichen Veranstaltungen zum Thema münden wird – getragen von der Heinrich Böll Stiftung. Die Diskussion findet derzeit auf Twitter unter den Hashtags #sb20 und #schultrojaner statt, auf einem öffentlich zugänglichen Etherpad und auf dem Blog von Christian Füller. Auf Grund der aufgeheizten Diskussion konkretisierte der VdS die Gründe und Zusammenhänge für den geplanten Einsatz der Plagiatssoftware in einer dafür zusammengestellten FAQ-Liste. Im Anschluss an die Online-Diskussion kritisierte auch der Verband für Bildung und Erziehung den dubiosen Vertrag und die klassichen Medien griffen den Vorgang auf (siehe z.B. taz, ZDF oder Spiegel). In der Online-Diskussion wurde das Verhalten der Schulbuchverlage vielfach als Verzweiflungsakt gewertet, weil diese offensichtlich – ähnlich wie vor einigen Jahren die Musik-Industrie – keine Antworten auf den gesellschaftlichen Wandel durch die flächendeckende Digitalisierung und Kopierbarkeit externalisierter Kultur- und Bildungsgüter haben. So entstand die Frage, wozu in der heutigen Zeit überhaupt noch Schulbuchverlage gebraucht werden und es wuchs der Impuls in der Online-Community, die international bereits weit verzweigten Initiativen zu »Open Educational Ressources« (OER) im deutschen Schulwesen besser nutzbar zu machen. Hierzu entspinnen sich derzeit auf verschiedenen Blogs einige Ideen (z.B. herrlarbig.de , rete-mirabile u.a. ). Heise.de stellte spontan entsprechende Ansätze und Initiativen zum Thema OER in einem Artikel zusammen.

Im Vertrauen darauf, dass das zwielichtige Verhalten des Verbands der Schulbuchverlage von den politisch Verantwortlichen bald unterbunden wird (Die Piraten haben in Berlin mit einer großen Anfrage die Diskussion aufgenommen, Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert bereits öffentlich den Vorgang), möchte ich hier aus konstruktivistischer Perspektive einige Aspekte zur Diskussion um die Zukunft des Schulbuchs beisteuern, die wir derzeit im Projekt »Technology Enhanced Textbook« diskutieren.

1. Lernen als kommunikative Auseinandersetzung mit der Erfahrungswelt
Lernen ist dann besonders erfolgreich und nachhaltig, wenn Lernende ihr Wissen aktiv konstruieren. Aktuelle Forschungsergebnisse der Hirnforschung bestätigen diese ursprünglich reformpädagogische Auffassung, genauso wie zahlreiche theoretische Modelle der Kognitionspsychologie. Der Aufbau aktivierbaren Erfahrungswissens ist verbunden mit vielfältigen aufeinanderbezogenen Lernaktivitäten wie Entdecken, Problemlösen, Kooperieren, Recherchieren, Kategorisieren, Konstruieren, Imitieren, Einprägen, Üben und Anwenden. Obwohl die hinter diesen Lernaktivitäten liegende psychologische Theorie gut entwickelt ist, setzen sich hierauf abgestimmte pädagogische Modelle in Schule und Hochschule nur langsam durch. Eine innovative Neuausrichtung im konstruktivistischen Sinne ist dringend erforderlich. Heute verfügbare Online-Technologien weisen große kommunikative Potenziale auf, die geeignet sind, derartige konstruktivistisch angelegte Lernsettings zu unterstützen. Für uns in der AG Nordmeier ist das ein Grund, ein technologisch erweitertes Lehrbuch zu entwickeln, das diese Potenziale besser ausschöpfen soll.

2. Probleme mit dem klassischen Schulbuch
Das klassische Schulbuch bietet nur wenige Ansatzpunkte für aktive Formen der Wissenskonstruktion. Die im wesentlichen rezeptive Nutzung des Schulbuchs führt dazu (wenn diese nicht mit erfahrungsaufbauenden Aktivitäten verbunden ist), dass Schüler sich bestenfalls »träges Wissen« aneignen, das in realen Situationen nicht abrufbar oder aktivierbar ist. Möglicherweise ist das auch ein Grund dafür, warum das Schulbuch zumindest im naturwissenschaftlichen Unterricht nur verhältnismäßig selten eingesetzt wird. Gottfried Merzyn führte in den 90iger Jahren eine bundesweite Befragung unter Physiklehrern zur Bedeutung des Schulbuchs durch. 577 Lehrer nahmen an dieser Befragung teil. Ein zentrales Ergebnis der Studie: „Obwohl Physik-Schulbücher primär für die Schüler gedacht sind, werden sie am intensivsten von Lehrern bei der Unterrichtsvorbereitung genutzt“ (Merzyn, 1994, S. 236). Er stellt fest, dass es weit verbreiteter Lehrerbrauch ist, sich von den Ideen unterschiedlicher Schulbücher bei der Planung des Unterrichts anregen zu lassen. Im Unterrichtsalltag der Physik werden Schulbücher vor allem für das gemeinsame Betrachten von Abbildungen, Grafiken und Tabellen herangezogen.

3. Open Educational Ressources und das »träge Wissen«
Wenn wir uns mit den Möglichkeiten des Internets und den vielfältigen digitalen Endgeräten befassen, die jede Art von Inhalten überall und jederzeit leicht verfügbar machen, liegt es nahe, »Open Educational Ressources« als generelle Alternative zum Schulbuch in Betracht zu ziehen. Was aus ökonomischen Gründen durchaus Sinn macht, nämlich einmal erarbeiteten Content auch anderen Lernenden auf diesem Wege zur Verfügung zu stellen, ist aus mediendidaktischer Perspektive nicht automatisch ein Erfolgsmodell. Wenn Lehrer ihren Content online z.B. in einem Wiki verfügbar machen (siehe z.B. ZUM-Wiki), dann hat dieser Content für die Schüler häufig auch keine andere Funktion, als Texte und Grafiken des Schulbuchs, die bestenfalls dabei helfen, träges Wissen aufzubauen. Das Wiki, genauso wie das klassische Schulbuch bleiben in solchen Fällen in erster Linie ein Medium des Lehrers, der hier Angebote zur Rezeption für seine Schülerinnen und Schüler zusammenstellt. Wäre es nicht besser, wenn wir über diese traditionelle Stufe des didaktischen Designs hinausgehen und Wiki und Schulbuch zum Medium der Schüler machen? Hier liegt aus meiner Sicht die große Chance des zukünftigen Schulbuchs. Schülerinnen und Schüler konstruieren ihr persönliches Wissen, werden zu Autoren und Gestaltern ihres eigenen personalisierten Schulbuchs, nutzen die ganze Vielfalt von online vefügbaren Medien-Modulen, Materialien und Informationen. Viele der oben dargestellten Lernaktivitäten zum Aufbau von Erfahrungswissen würden damit angeregt. Schülerinnen und Schüler mit schwierigem sozialen Hintergrund und geringen individuellen Lernvoraussetzungen wären allerdings in besonderem Maße darauf angewiesen, bei der Entwicklung entsprechender Fähigkeiten individuelle Unterstützung zu erhalten. Um die ganze Vielfalt möglicher Lernaktivitäten ansprechen zu können, müsste das Schulbuch der Zukunft noch über einige weitere Eigenschaften verfügen:

4. Das technologisch erweiterte Schulbuch als personalisiertes Medium
Derzeit entwickeln wir unterschiedliche Demonstratoren eines solchen Schulbuchs, die das Ziel haben, Phänomene unserer Umwelt durch aktive Handlungen erfahrbar zu machen. Aus didaktischer Perspektive kristallisieren sich dabei drei zentrale Funktionen heraus, die das »Lehrbuch« (im Ausbildungs- und Hochschulkontext) bzw. das »Schulbuch« (im Sekundarbereich und dem Gymnasium) in Zukunft bereitstellen wird:

  • Sammlungsort für die persönliche Externalisierung von Wissen
    Wir konzipieren das Schulbuch als personalisierte interaktive Anwendung auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, Ipads, Android-Tablets u.ä. Die Portfolio-Funktion des technologisch erweiterten Schulbuchs ermöglicht es, selbst erstellte externalisierte Wissensfragmente, sowie über das Web zugänglich gemachte Content-Bausteine in individuell gestalteten, übersichtlichen Strukturen abzulegen (intuitiv bedienbar – nicht vergleichbar mit den umständlichen Funktionen längst überholter Learning Management Systeme). Die Navigation kann bei Bedarf neben der persönlichen Inhaltsstruktur auch die von Lehrern zusammengestellten oder durch spezifische Lehrwerke vorgegebenen Inhaltsverzeichnisse ein- und ausblenden. Die individuelle Wissenskonstruktion erhält so ein gut durchsuchbares, den eigenen Entwicklungsschritten angepasstes Abbild der persönlichen Konstruktions- und Rechercheprozesse. Integriert werden können alle über das Web zugänglichen Informationen, seien es »Open Educational Ressources«, Inhalte unter Creative Commons Lizenz oder von Wissensbrokern angebotene, kostenpflichtige Medien-Module.
  • Werkzeugkasten zur Erfahrbarmachung von Phänomenen in der Umwelt
    Die verschiedenen Sensoren und technischen Schnittstellen, über die mobile Endgeräte bereits heute verfügen, werden zum Messen, Detektieren, Experimentieren, Zeigen, Finden, Zusammenstellen und Kommunizieren nutzbar gemacht. Phänomene in der physischen, wie in der virtuellen Umwelt können handelnd untersucht, ausgewertet und analysiert werden. Aktive Formen der Wissenskonstruktion werden damit angeregt und unterstützt.
  • Schnittstelle für Kommunikation und Austausch
    Im Schulbuch erarbeitetes und zusammengetragenes Wissen kann auf allen Stufen der persönlichen Lern- und Erarbeitungsprozesse mit anderen Lernenden online ausgetauscht und kommuniziert werden. Dazu werden Schnittstellen zu gängigen Sozialen-Netzwerken wie Twitter, Facebook, Diaspora oder Google+ genutzt, wie auch Möglichkeiten zur Live-Kommunikation über Systeme wie Skype oder Google-Talk. Virtuelle Experimente können gemeinsam bedient und ausgewertet werden. Nach Bedarf können spezifische Zusammenstellungen von Inhalten an online vernetzte Partner weitergegeben werden.
  • Hinsichtlich der Finanzierung des »Technology Enhanced Textbooks« und der dafür verfügbaren interaktiven Medien-Module diskutieren wir mit potenziellen Verwertungspartnern (Bildungsmedien-Anbietern, Museen, Schulen, Hochschulen, Hörfunk- und Fernsehanstalten) Geschäftsmodelle, die es möglich machen, die Kosten für die Produktion zu decken. Sichergestellt werden soll dabei, dass ein Grundbestand dieser Medien als »Open Educational Ressources« verfügbar gemacht werden kann (Stiftungsmodelle, PayPerClick-Lösungen, kreative Formen der Mehrfachverwertung).

    Was denkt Ihr über die Umsetzung dieser Vision? Bis Ende 2013 wollen wir entsprechende funktionstüchtige Demonstratoren realisiert haben. Macht das alles Sinn? Übernehmen Wissensbroker in Zukunft die Funktion der Schulbuchverlage? Wie lassen sich didaktisch hochwertige Medien finanzieren? Wie können wir didaktische Qualität und »Open Educational Ressources« miteinander in Einklang bringen?

    Labor für selbstbestimmte Bildung

    Freitag, 10. Juni 2011

    Vom 21. bis 23. Juni 2011 führt die Berliner Gazette im Künstlerhaus Bethanien in Berlin ein Labor für selbstbestimmte Bildung durch. Es richtet sich an Kulturschaffende, soziale Entrepreneure und Pädagogen, die neue Impulse in diesem Feld suchen. Dienstag den 21. Juni, 19.00 Uhr gibt es das „Public Opening“ mit einem Lecture Concert der Künstlerguppe andcompany&Co und der Vorstellung des in diesem Zusammenhang erschienenen Buches „Modell Autodidakt“. Zu diesem Buch konnte ich einen Artikel beitragen, der bereits vor einiger Zeit als Blogbeitrag in der Berliner Gazette erschienen ist: „Tschüss E-Learning, Hallo Community-Education“

    Am Labor für selbstbestimmte Bildung bin ich mit einem Workshop zum Thema „Medienkompetenz heute“ beteiligt. Als Einstieg dient der hier verlinkte Foliensatz „Medium und Bildung“, sowie ein „adhoc-lab“ auf der Learners´Garden Plattform, in dem die Teilnehmenden bei Bedarf Online-Medien nutzen können, um ihre Ideen und Visionen zu erproben.

  • Adhoc-Lab
  • Learners´Garden
  • Buch: Modell Autodidakt
  • Labor für selbstbestimmte Bildung
  • Artikel: Tschüss E-Learning, Hallo Community-Education
  • Rückblick von David Pachali auf den Workshop
  • School is Open: Gelebte Bildungsinnovation

    Montag, 11. April 2011

    Die Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln (StAVV) hat ein wirklich beeindruckendes Projekt initiiert, das in Zukunft sicherlich noch erhebliche Wellen schlagen wird in der bundesrepublikanischen Bildungslandschaft.

    School is Open

    Hier wird Innovation nicht eingeschränkt – durch die technologische Brille – betrieben, sondern als „kritische und innovative Erfahrungskultur, die eine außeruniversitäre Öffentlichkeit für sich interessieren kann und will.“
    (Heidi Helmhold)

    Neben studienrelevanten Lehrangeboten und konkreten Interventionen in den Lehr- und Lernräumen der Fakultät wird auch eine Schule gegründet. „Das Schulgründungsprojekt von »school is open« zielt u. a. auf die Elemente der Mobilität, des »teaching in public«, des Aufsuchens von außerschulischen Lernorten, der demokratischen und inklusiven Schule und setzt sich mit der Bedeutung der Gestaltung von Orten und Räumen in der »Einen Schule für Alle« auseinander.“ (Blog: School is Open Projekt)

    Ein derartiges Verständnis von Innovation und Partizipation scheint mir für den Bildungskontext deutlich angemessener als ein traditioneller, auf Technologie fixierter Innovationsbegriff. Hier entstehen innovative Räume, die auch vielfältigen Gestaltungsspielraum für die Entwicklung mediendidaktischer Ansätze schaffen.

  • School is Open Homepage
  • StAVV – Studierenden-Ausschuss der Vollversammlung an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln
  • Baupiloten (Architektur als sozialer Katalysator)
  • Podcasts der Ringvorlesung zum Projekt
  • Technology Enhanced Textbook

    Mittwoch, 23. März 2011

    Foliensatz des Vortrags auf der DPG-Frühjahrstagung 2011

    Auch wenn Android-Tablets, Ipads und Co in der alltäglichen Nutzung noch nicht den Grad örtlicher und zeitlicher Unabhängigkeit erreichen wie das klassische Buch, weisen die neuen mobilen Endgeräte Merkmale auf, die das Potenzial haben, innovative handlungsorientierte Bildungskonzepte in einem stärkeren Maße zu unterstützen als dies das klassiche Lehrbuch jemals könnte. Mit dem Projekt „Technology Enhanced Textbook“ (TET), finanziert durch das BMBF, bietet sich uns in den kommenden drei Jahren die Möglichkeit, diese Potenziale auszuloten. Mit einem 13-köpfigen interdisziplinär zusammengesetzten Team (inklusive vier Studentischer Hilfskräfte) werden wir für unterschiedliche Verwertungsbereiche (Schule, Hochschule, Fernsehen, Hörfunk, Ausbildung, Museen) sogenannte Demonstratoren entwickeln, mit denen wir die didaktisch-technologische Machbarkeit entsprechender Lösungen demonstrieren werden und ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit. Damit soll die Grundlage dafür geschaffen werden, nach Ablauf des Projekts in Kooperation mit Partnern in der Wirtschaft, Prototypen des Lehrbuchs der Zukunft zu entwickeln und ein Dienstleistungsunternehmen zu gründen, dass in der Lage ist die entwickelten Lösungen qualitativ hochwertig und trotzdem kostengünstig zu produzieren.

    Maßstab für die spätere Ausgründung und für die Entwicklung der Demonstratoren ist ein innovatives Didaktisches Design, dass sich an einem konstruktivistisch interpretierten Bildungsbegriff orientiert und nicht an den in der E-Learning-Branche weit verbreiteten (und unserer Meinung nach längst überholten) Konzepten des Instructional Design.

    didaktikZusammenhang von Bildung und Didaktischem Design

    Für die Umsetzung der Demonstratoren richten wir derzeit ein Produktionslabor ein, mit dem alle denkbaren didaktischen Anforderungen technologisch hochwertig umgesetzt werden können. Von Audio, Video (HD-Fernsehqualität), Foto, 3D, Interaktivität von Realbildern naturwissenschaftlicher Experimente und Labore bis zur Postproduktion auf Basis von HTML5, Java, Javascript, PHP, MySQL sind im TET-Lab alle Komponenten vorhanden, um die Potenziale aktueller Technologien voll auszuschöpfen. Ziel des Projektes ist es, Automatisierungsroutinen zu entwickeln, die es ermöglichen alle Entwicklungen auf den wichtigsten am Markt vertretenen mobilen Endgeräten (Android, IOS) verfügbar zu machen.

    lab2Architektur des TET-Labors

    Unsere Vision ist es, naturwissenschaftliche Phänomene mit Hilfe des Lehrbuchs der Zukunft in beliebigen Umgebungen und Kontexten adhoc für Lernende, handelnd erfahrbar zu machen, z.B. Phänomene in der Umwelt, aktuelle Nachrichten im Fernsehen oder im Internet oder wissenschaftliche Experimente in Museen. Das technologisch erweiterte, durch Lernende und Lehrende gestalt- und anpassbare, Lehrbuch, mit Schnittstellen zu existierenden webbasierten Kommunikations- und Community-Systemen, ermöglicht – an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Lernenden – ein aktives, selbstorganisiertes Lernen, das im Gegensatz zu vielen klassischen Formen des E-Learnings die Komplexität des Lernprozesses nicht auf blosse Aktionen am Monitor reduziert.

    lehrbuchSchnittstelle zwischen Lernenden und Umwelt: das Lehrbuch der Zukunft

    Wir sind offen für Kooperationen mit didaktisch anspruchsvollen Partner-Institutionen und freuen uns über Hinweise und Visionen, in welchen Szenarien aus Eurer Perspektive das Lehrbuch der Zukunft optimal genutzt werden kann.

    Weiterführende Links

  • Homepage des Projekts
  • Foliensatz „Lehrbuch der Zukunft“
  • Pressemitteilung der Freien Universität Berlin
  • Petition gegen Apple unterzeichnen!

    Montag, 24. Januar 2011

    Eine Koalition chinesischer Umweltgruppen, die Green Choice Alliance (GCA) bemüht sich darum, die Zulieferkette großer IT-Konzerne, die in China produzieren, öffentlich zu machen, um damit die Konzerne dazu zu bewegen, gegen die teils katastrophalen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen (Selbstmorde, drastische Gesundheitsschädigungen, usw.) in Betrieben ihrer Zulieferkette anzugehen.

    Video - The Other Side of Apple

    Von den insgesamt 29 befragten Unternehmen ist Apple das einzige, dass sich weigert, entsprechende Informationen herauszugeben, stellt das Institute of Public & Environmental Affairs (IPE) in einem kürzlich veröffentlichten Report fest.

    In einem Interview mit der Taz erläutert Ma Jun, einer der Autoren des Reports Details der Untersuchung: „Die Umweltschützer fragten Apple nach der Lian Jian Fabrik in Suzhou. 2009 wurden dort 49 Arbeiter vergiftet, die Touchscreens für Apple gereinigt hatten. Doch weder bestätigte noch dementierte Apple eine Zusammenarbeit. Gefragt wurde auch nach der Firma Yunheng Hardware & Electrical in Suzhou. Dort wurden acht Mitarbeiter bei der Produktion für Apple vergiftet. „Wir haben dies aus in China öffentlich zugänglichen Informationen erfahren, aber Apple schweigt“, sagt Ma.“ (Taz 23.1.2011)

    In einer Online-Petition an Steve Jobs, Apple Media Team und Apple Publicist soll Apple nun dazu bewegt werden mit der GCA zu kooperieren, die Zulieferketten öffentlich zu machen und falls die schlimmsten Vermutungen zutreffen, Ihre Zulieferer dazu zu bewegen, für menschliche Arbeitsbedingungen in ihren Betrieben zu sorgen.

    Die Petition kann hier unterschrieben werden (Please retweet):

  • Online-Petition
  • Report des Institute of Public&Environmental Affairs (IPE)
  • Hintergrundartikel in der Taz

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