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Archiv für die Kategorie „Exemplarische Medien“

Jetzt als Open Access Artikel: Didaktische Funktionen des Lehrbuchs der Zukunft

Samstag, 19. Januar 2013

Der Artikel zum bereits im März 2012 gehaltenen Vortrag: „Didaktische Funktionen des Lehrbuchs der Zukunft“ ist jetzt online und über das Open Access Journal Phydid B verfügbar. Hintergrundinformationen zum Kontext und den Foliensatz habe ich im Blog Artikel zu diesem Thema bereits publiziert.

Der Artikel auf Crocodoc:

Zitationsweise:
Neuhaus, W., Kirstein, J., & Nordmeier, V. (2012). Didaktische Funktionen des Lehrbuchs der Zukunft. In Phydid B – Didaktik der Physik – Beiträge zur DPG-Frühjahrstagung, 2012. Berlin: Freie Universität Berlin – AG Nordmeier.

  • Download des Artikels über das Open Access Journal Phydid B
  • Projektmethode 2.0

    Dienstag, 17. Juli 2012

    Die Projektmethode ist eine Möglichkeit, kollektive Aneignungsprozesse bei Lernenden anzuregen. Individuelle Stärken der einzelnen Beteiligten können in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess für die Projektumsetzung nutzbar gemacht werden und erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens intrinsischer Motiviation. Der, durch die Akteure, selbstgesteuerte Prozess wird fokussiert und mitgesteuert durch das angestrebte Produkt und durch die Eigenschaften der zur Erstellung des Produktes notwendigen Materialien und Umweltbedingungen. In der heutigen Zeit bietet es sich an, bei der Planung und Umsetzung von Projekten, webgestützte Werkzeuge nutzbar zu machen, die die kollektiven Kommunikations- und Produktionsprozesse orts- und zeitunabhängig unterstützen und für alle Beteiligten transparent machen. Um derartige Prozesse auszulösen, gilt es gemeinsam ein Produkt zu definieren, das für die Zielgruppe, den anvisierten Themenkomplex oder für die Umgebung, in der die Akteure agieren, eine Bedeutung hat. In der Unterrichtspraxis unterscheidet Herbert Gudjons fünf Produkttypen, die wir (Neuhaus, Nordmeier & Kirstein, 2009) in einem Artikel zum Learners´Garden Projekt um einen weiteren – die Entwicklungsprodukte – ergänzt haben :

      1. Aktions- und Kooperationsprodukte
      (z.B. Podiumsdiskussionen, gezielte Aktionen)
      2. Vorführungs- und Veranstaltungsprodukte
      (z.B. Theateraufführungen, Filmvorführungen)
      3. Dokumentationsprodukte
      (z.B. Broschüren, Gutachten, Bücher, Webseiten, Multimediaproduktionen)
      4. Ausstellungsprodukte
      (z.B. Stellwände, Plakate, Wanderausstellungen)
      5. Gestaltungsprodukte
      (z.B. Begrünung, Campusgestaltung, Raum- und Gebäudegestaltung)
      6. Entwicklungsprodukte
      (Kooperationsprodukte, die weit über einzelne Lehrveranstaltungen hinaus gehen und durch Beteiligte über mehrere Semester hinweg ggf. auch in Institutionsgrenzen überschreitenden Lernzusammenhängen betreut, überarbeitet und aktualisiert werden)
      (In Ergänzung zu Gudjons: Neuhaus et al. 2009, S. 6)


    Abbildung: Lisa Vanowitch

    Die Bedeutung der Produktorientierung und der damit zusammenhängenden kollektiven Prozessdynamik, haben wir in unserer Arbeitsgruppe in einem Artikel für die Zeitschrift »Praxis der Naturwissenschaften« zusammengefasst:

    „Mit der gemeinsamen Festlegung konkreter Produkte, seien es physische Objekte, Aktionen, Projekte oder Text-, Bild- und Multimedia-Produktionen, die vielfältige, individuell herausfordernde Anlässe zur Konstruktion von Wissen bieten, lassen sich in unterschiedlichsten Themengebieten bei Schülerinnen und Schülern (selbstorganisierte) Lernprozesse auslösen. Nach Gudjons hat das an der Produkterstellung gewonnene Wissen eine besondere Qualität: Es ist individuell konstruiert, besonders gedächtniswirksam, in vielfältige Bezüge einer Sache vernetzt und handlungsrelevant (Gudjons 2008, S. 88). Aktuelle Erkenntnisse der Pädagogischen Psychologie unterstützen diese Erkenntnisse, die auch die Grundlage vieler reformpädagogischer Ansätze bilden (s. z.B. Dewey 1916). Das handlungstheoretische Motivationsmodell von Rheinberg besagt, dass es in einer konkreten Situation zu einer Intentionsbildung für eine Handlung kommt, wenn der Lernende eine positive »Kosten-Nutzen-Bilanz« zieht (Krapp & Weidenmann 2006, S. 222). Durch die Möglichkeit der Schülerinnen und Schüler zur Mitbestimmung und Auswahl bestimmter Produkte in einem Themenzusammenhang erhöht sich daher die Wahrscheinlichkeit, dass jede/r Einzelne von ihnen im Zuge einer Handlungsepisode motivationsbezogen diese positive Bilanz zieht und sich aktiv an einer Produktion und damit am Unterrichtsgeschehen beteiligt“ (Neuhaus & Nordmeier 2009, S. 23).

    Im Folgenden finden sich einige Beispiele und Links zu weiterführenden Darstellungen der Projektmethode, sowie zu frei zugänglichen Online-Werkzeugen, die bei der Planung und Umsetzung von Projekten hilfreich sein können.

    Projektbeispiel: Empirische Untersuchungen im Wald


    Abbildungen: Andreas Stockey

    Unter welchen Bedingungen gedeihen bestimmte Arten im Wald? Unter dieser Fragestellung hat Andreas Stockey am Oberstufenkolleg der Universität Bielefeld mit seinen Schülerinnen und Schülern ein Projekt durchgeführt, das online recht gut dokumentiert wurde: Projekt-Homepage

    Projektbeispiele: Location Based Learning


    Abbildung: Education in the Wild

    In diesem Blogbeitrag werden Projekte der University of Nottingham (UK), dem Futurelab und dem Cachewiki von Roland Dieterich vorgestellt. Das gemeinsame dieser Projekte ist es, dass mobile Endgeräte zur Umsetzung der Vorhaben eingesetzt werden: Blogartikel zum Location Based Learning

    Texte, Materialien und Kontakte rund um die Projektmethode


    (1) Projektunterricht, Projektstudium, Projektmanagement, Didaktik der Sozialwissenschaften, sowi-online
     


    (2) Projektlernen im digitalen Zeitalter, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg
     


    (3) Projektarbeit, Methodenpool, Uni Köln, Kersten Reich
     


    (4) Projektpraxis, Verein für Projektdidaktik e.V. (VfPd), Bielefeld
     


    Digitale Werkzeuge für die Projektarbeit

    1. Der Werkzeug-Pool im Learners´ Garden

    Zur Planung und Umsetzung von Projekten gibt es heutzutage zahlreiche – oft auch kostenlose – webbasierte Werkzeuge, die nützlich sind zum gemeinsamen Strukturieren, Kommunizieren, Präsentieren und Verteilen von Informationen. Im Online-Portal »Learners´Garden« werden solche Tools verfügbar gemacht. Auch wenn die Plattform – wegen mangelnder Finanzierung – im Augenblick nur auf Sparflamme aufrecht erhalten wird, lassen sich dort zahlreiche nützliche Online-Tools und erfahrene Lernende finden, die diese Tools bereits nutzen. Zur Homepage: »Learners´Garden«.


    Abbildung: Learners´Garden

     
    2. Das Adhoc-Lab im Learners´ Garden

    Im Rahmen des Learners´ Garden-Projektes entstand auch das »Adhoc-Lab«, ein Online-Mashup von kostenlos einsetzbaren Tools, das hier in einer Sandbox-Version im Rahmen der LehrerInnen-Ausbildung an der Freien Universität Berlin eingesetzt wurde. Bereitgestellt werden hier unter anderem Anwendungen wie ein kollektiv nutzbarer Texteditor (Etherpad), ein Diagramm-Editor, Tools zum finden von Fotos unter Creative Commons Lizenz und zum bearbeiten von Fotos, ein Blog und ein Wiki. Einige dieser Systeme erfordern eine Onlineregistrierung bei den jeweiligen Anbietern, die aber kostenlos ist. Bei Interesse können wir interessierten Projekten ein identisches Mashup bereitstellen: Zur Homepage: »Adhoc-Lab«.


    Abbildung: Learners´Garden

    3. Eigene Tools in Betrieb nehmen

    Für jede Art von Online-Tools gibt es unterschiedliche Lösungen und Anbieter. Um es Einsteigern nicht zu schwer zu machen, sind im Folgenden fünf klassische Online-Anwendungen konkreter Anbieter vorausgewählt worden, die sich vielfach bewährt haben und die kostenlos nutzbar sind. Bei jedem der fünf Anbieter ist eine Online-Registrierung erforderlich. Unmittelbar nach der Registrierung sind die Tools voll einsatzbereit. Alternativen zu diesen hier aufgeführten Anbietern finden sich z.B. im Learners´Garden

  • Wiki
    Wikis sind im prinzip beschreibbare Homepages, die über eine individuelle Internetadresse verfügen (URL) und die von beliebig vielen Nutzern beschrieben und editiert werden können. Wikis eignen sich besonders dafür, Inhalte strukturiert – versehen mit hierarchischer Navigation – aufzubereiten. Sowohl Text, Bild und Video kann in der Regel integriert werden. Änderungen in einem Wiki können zwischen den Autoren seitenbezogen, online diskutiert werden. Nach der Registrierung bei einem Online-Anbieter erhält man eine URL über die jeder Projektbeteiligte oder andere Interessierte dieses Wiki mit einem Browser aufrufen können. Hier ist derzeit das PB-Works-Wiki zu empfehlen, solange es kostenlos angeboten wird:
    PBWorks: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Blog
    Blogs sind – wie Wikis – ebenfalls beschreibbare Homepages, die sich vom Wiki vor allem dadurch unterscheiden, dass jeder Eintrag in einem Blog in chronlogischer Reihenfolge – tagebuchartig – dargestellt wird. Jeder einzelne Eintrag im Blog kann kategorisiert und verschlagwortet werden (tagging) und ist dadurch sowohl über das Internet als auch innerhalb des eigenen Blogsystems gut durchsuchbar. Leser des Blogs können einzelne Blogbeiträge öffentlich sichtbar kommentieren und diskutieren. Weltweit hat das Blogsystem WordPress hohe Akzeptanz. Auch hier gibt es einen kostenlosen Online-Service:
    WordPress: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Kollektiver Texteditor
    Zum Verfassen von Texten, gemeinsam mit mehreren Autoren – auch zeitgleich – eignen sich Texteditoren, die über eine URL aufrufbar sind. Besonders beliebt ist der Online-Editor »Etherpad« , die Programmierer dieses Tools wurden von Google abgeworben. Der Editor selbst wurde daraufhin als Open-Source-Lösung der Online-Community zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Anbieter bieten diesen Editor online zur Nutzung an. Gute Erfahrungen gibt es unter anderem mit dem Anbieter Titanpad:
    TitanPad: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Mikroblog
    Mikroblogs sind webbasierte Systeme, die eine schnelle Kommunikation in einem selbstdefinierten offenen Netzwerk ermöglichen. Ein Eintrag in einem solchen Mikroblog hat üblicherweise nicht mehr als 140 Zeichen. Dafür lassen sich die Einträge mit jeglicher Art im Web gelagerter Dokumente verlinken und durch sogenannte Hashtags (Beispiel: #mikroblogging) verschlagworten, so dass – je nach Nutzerverhalten – effiziente fachspezifische Kommunikationen und Informationsverbreitungen möglich sind. Der am weitesten verbreitete Mikroblog-Dienst ist Twitter:
    Twitter: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Webbasierte Dateiablage
    Zur Ablage und Verteilung von digitalen Dokumenten eignen sich webbasierte Dateiablagen oder sogenannte »Cloud-Services«. Hier werden im Web Festplattenbereiche angeboten, auf denen die relevanten Dokumente für ein Projekt über ein Web-Interface – sortiert und verschlagwortet – abgelegt werden können. Auch Zugriffsbeschränkungen auf die Dokumente lassen sich individuell konfigurieren. Zu empfehlen ist bei derartigen Services derzeit Dropbox:
    Dropbox: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Weiterführende Literatur zur Projektmethode

    • Boaler, J. (1998). Open and Closed Mathematics: Student Experiences and Understandings. Journal for Research in Mathematics Education, (Vol. 29 No. 1), 41-62.
    • Dewey, J. (1916). Democracy and Education. The Macmillan Company. Retrieved July 5, 2012, from http://www.ilt.columbia.edu/publications/dewey.html
    • Dewey, J. (1993). Demokratie und Erziehung (Jürgen Oelkers, Ed.). Weinheim und Basel: Beltz.
    • Dietz, M., Döring, T., Emer, W., Sagasser, H., Schöbel, R., Schumacher, C., et al. (2010). Unter die Lupe genommen: Die Umsetzung von Projektunterricht und Projektkultur an sechs Schulen in NRW. Eine vergleichende qualitative Untersuchung zur gymnasialen Oberstufe. TRIOS, (2/2010).
    • Duncker, L., & Götz, B. (1984). Projektunterricht als Beitrag zur inneren Schulreform. Langenau-Ulm: Armin Vaas Verlag.
    • Emer, W., & Rengstorf, F. (2010). Bedeutung einer Projektkultur an Schulen und ihre Merkmale. TRIOS, (2/2010).
    • Emer, W., Rengstorf, F., & Schumacher, C. (2010). Der Projektunterricht in der Bildungsdiskussion. TRIOS, (2/2010).
    • Frey, K. (1993). Die Projektmethode. Weinheim und Basel: Beltz.
    • Gudjons, H. (2008). Handlungsorientiert lehren und lernen – Schüleraktivierung – Selbsttätigkeit – Projektarbeit. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
    • Hongler, H., & Willener, A. (1996). Die Projektmethode in der soziokulturellen Animation. Luzern: Fachverlag HFS Zentralschweiz.
    • Kerres, M., & de Witt, C. (2004). Pragmatismus als theoretische Grundlage für die Konzeption von eLearning. In H. O. Mayer, & D. Treichel (Eds.), Handlungsorientiertes Lernen und eLearning. München Wien: Oldenbourg Verlag.
    • Krapp, A., & Weidenmann, B. (Eds.). (2006). Pädagogische Psychologie. Weinheim Basel: Beltz PVU.
    • Neuhaus, W. (2007). Web 2.0 und der Kampf der Begriffe. Berlin: Blog Mediendidaktik. Retrieved July 5, 2012, from http://mediendidaktik.port07.de/docs/neuhaus_2007_04.pdf » Download PDF
    • Neuhaus, W., & Nordmeier, V. (2009). Produktorientiertes Lernen mit webgestützten Werkzeugen. Praxis der Naturwissenschaften, (7).
    • Neuhaus, W., Nordmeier, V., & Kirstein, J. (2009). Learners´Garden – Aufbau eines Community getriebenen Werkzeug- und Methodenpools für Lehrende und Studierende zur Unterstützung produktorientierter Formen des Lehrens und Lernens. In N. Apostolopoulos, V. H.: M. Hoffmann, & A. Schwill (Eds.), E-Learning 2009 – Lernen im digitalen Zeitalter. Münster/New York/München/Berlin: Waxmann. » Download PDF
    • Neuhaus, W. (2012). Didaktisches Design und die Transformation von Wissen im digitalen Zeitalter. Berlin: Blog Mediendidaktik. Retrieved July 14, 2012, from https://mediendidaktik.org/docs/didaktisches-design-neuhaus.pdf
      » Download PDF
    • Rasfeld, M., & Spiegel, P. (2012). EduAction – Wir machen Schule. Hamburg: Murmann.
    • Rengstorf, F., & Schumacher, C. (2010). Projektarbeit und Projektunterricht in der schulischen Wirklichkeit – ein Niemandsland in der empirischen Unterrichtsforschung? TRIOS, (2/2010).
    • Wenger, E., Trayner, B., & Latt, M. de. (2011). Promoting and assessing value creation in communities and networks: a conceptual framework. Heerlen: Ruud de Moor Centrum.

    Smartphones im Unterricht

    Montag, 9. April 2012

    „Mit 96 Prozent besitzen so gut wie alle Jugendlichen ein eigenes Handy. Bereits bei den jüngsten Befragten kann man von einer Vollversorgung mit Mobilfunkgeräten ausgehen. Ein Teil dieser Geräte sind sogenannte Smartphones, wie das iPhone oder Samsung Galaxy, die sich zunehmend unter Jugendlichen etablieren: Jeder Vierte kann ein solches Handy mit erweiterten Funktionen und Internetzugang sein Eigen nennen. Gegenüber der JIM-Studie 2010 hat der Besitz um 11 Prozentpunkte zugenommen. Unter den volljährigen Jugendlichen nutzt bereits jeder Dritte ein Smartphone“ (Ebert et al. 2011, S. 57) so einige der Ergebnisse der JIM-Studie aus dem Jahr 2011. Es wäre aus meiner Sicht verantwortungslos, wenn Schule nicht auf diese Situation reagieren würde. Die didaktischen Potenziale, die diese Medien bieten, sollten genutzt werden. Für das Agieren in unserer Gesellschaft und bei der Ausgestaltung unserer Zukunft spielen mobile Medien eine zunehmend wichtige Rolle. So sollte Schule aus meiner Sicht, die Rolle übernehmen, mit den Schülern einen fairen und gemeinschaftlichen Umgang mit diesen Medien einzuüben, auch um solchen Phänomenen wie Cybermobbing oder sonstigem missbräuchlichen Verhalten in Online-Communities vorzubeugen. Handy´s aus der Schule zu verbannen, würde negative Entwicklungen vermutlich eher verstärken.

    Die Walther-Rathenau-Schule in Berlin hat sich dazu entschlossen, diese hier nur kurz angerissene Diskussion mit Schülern, Eltern und Lehrern zu führen, um Formen zu finden, wie Smartphones in den Unterricht integriert werden können. Zur Vorbereitung dieser Diskussion sind hier einige Materialien zusammengestellt, die dabei helfen können, konstruktive Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Zum einen handelt es sich um frei verfügbare Ressourcen (downloadbare PDF´s), die exemplarisch zeigen und diskutieren wie Unterricht mit Smartphones gestaltet werden kann, welche Sicherheitsrisiken bestehen und wie damit umgegangen werden kann. Im zweiten Abschnitt sind aktuelle wissenschaftliche Studien verlinkt, die unterschiedliche Aspekte der Mediennutzung beleuchten und schließlich finden sich am Ende des Beitrags weiterführende Links zu Projekten und Institutionen, die sich professionell mit all diesen Fragen befassen. Hier im ersten Abschnitt dieses Beitrags also zunächst Materialien für Lehrer und Schüler zur Planung und Durchführung von Unterrichtsvorhaben unter Nutzung von Smartphones:

    Download: Freie E-Books (PDF) zum Thema

    Klicksafe.de: Unterrichtsmaterialien –
    Nicht ohne mein Handy (Landeszentrale
    für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz)
    Klicksafe.de: Lehrerhandbuch (Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz)

    Das Handy als Unterrichswerkzeug – Fächerübergreifende Materialien für alle Klassenstufen (medien+bildung.com – Lernwerkstatt Rheinland-Pfalz)

    Mobiles Lernen – Handy und Smartphones im Unterricht (Informationsbroschüre für Lehrer, Schweizer Medieninstitut für Bildung und Kultur)

    Handy im Schulfeld (Informationsbroschüre für Lehrer, Pädagogische Hochschule Zürich)

    Unterrichtsmaterialien: Das Handy in der Schule – Mit Chancen und Risiken kompetent umgehen (Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation)

    Der Blick auf wissenschaftliche Studien in diesem Kontext sollte sich nicht auf die Nutzung und Verbreitung von Smartphones beschränken, da diese neuen Geräte auf vielfache Weise mit Internet-Anwendungen, Sozialen Netzwerken und den vielschichtigen Lebenszusammenhängen von Jugendlichen und ihren Familien verbunden sind. Deshalb ist die Auswahl der hier verlinkten Studien etwas weiter gefasst:

    Download: Empirische Studien (PDF) zum Thema

    Evaluation des iPhone-Projektes an der Primarschule Goldau – Einsatz persönlicher Smartphones – Evaluation der Elternerwartungen und -befürchtungen (Universität St. Gallen, 2009 )


    Smartphones im Klassenzimmer – Ergebnisse einer explorativen Einzelfallstudie in der Projektschule Goldau (Medienimpulse – Uni Wien, 2010)
     


    Mobile Internetnutzung – Entwicklungsschub für die digitale Gesellschaft? (Initiative D21, 2012)


    Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI, 2012)
     


    Familie, Interaktion & Medien – FIM-Studie 2011 (Landesanstalt für Kommunikation Baden Württemberg, 2012)


    DAK-Studie zum Medienkonsum von Schülerinnen und Schülern (DAK, 2012)
     


    Schule 2.0 – Eine repräsentative Untersuchung zum Einsatz elektronischer Medien an Schulen aus Lehrersicht (BITKOM, 2011)
     


    JIM-Studie 2011 – Jugend, Information (Multi-) Media – Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger (Landesanstalt für Kommunikation Baden Württemberg, 2011)


    Exemplarische Unterrichtsszenarien

  • Interferenz – Lernen mit Smartphone und Tablet
  • Akustische Schwebung – Lernen mit Smartphone und Tablet
  • Zentripetalkraft – Lernen mit Smartphone und Tablet
  • Kraft und Beschleunigung – Lernen mit Smartphone und Tablet
  • Videoanalyse mit dem iPad im Physikunterricht: Der schiefe Wurf
  • Videoanalyse mit dem iPad im Physikunterricht: Die Atwood´sche Fallmaschine
  • Akustische Messungen mit dem iPad: Die Fedekonstante
  • Eigenen Unterricht gestalten: Projektmethode 2.0
  • Abschließend nun weiterführende Links zu Einrichtungen und Projekten, die sich professionell mit dem Einsatz mobiler Medien in der Schule befassen. Diese Sammlung soll ständig ergänzt werden. Für Ergänzungsvorschläge bin ich wie immer dankbar:

    Weiterführende Links

    Schulentwicklungstag Eckener Schule
    Smartphones und Tablets im Unterricht

    Unterrichtsmaterialien
    Internet, Handy & Co (Niedersächsische Landesmedienanstalt)

    medienundbildung.com
    Entwicklung zukunftsweisender medienpädagogischer Modelle mit Transferwirkung (Landesmedienanstalt in Rheinland-Pfalz)

    Ideen für den Unterricht
    Thema: Handy (Landesmedienzentrum Baden-Württemberg)

    klicksafe.de
    Sensibilisierungskampagne zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien im Auftrag der Europäischen Kommission

    handysektor.de
    Sicherheit in mobilen Netzen – ein werbefreies Angebot für Jugendliche

    educa.ch
    Schweizer Medieninstitut für Bildung und Kultur

    medienbildung.ch
    Medienkompetenz im Lehrberuf, Pädagogische Hochschule Zürich

    handywissen.at
    Die österreichweite Initiative Handywissen.at gibt Eltern, Lehrenden, Kindern und Jugendlichen Infos und Tipps und hilft ihnen, das Handy sicher und verantwortungsvoll zu nutzen.

    Medienpädagogik Praxis Blog
    Materialien, Methoden, Projektbeispiele, Tipps, Tricks und aktuelle Informationen für die medienpädagogische Praxis in Jugendarbeit und Schule

    Mobiles Lernen an der Kaiserin Augusta Oberschule Köln
    Das iPad im Unterricht

    Projektschule Goldau
    Das iPhone-Projekt

    Schulen, die iPads einsetzen
    Zusammenstellung von Prof. Frank Thissen, Hochschule der Medien Stuttgart

    Tablets im Unterricht – Einsatz am Gymnasium
    Kerstin Mayrberger, Luise Ludwig

    Bring Your Own Device (BYOD)
    Modell-Projekt zwischen zwei deutschen und zwei niederländischen Schulen

    Facebook-Gruppe: BYOD
    Erfahrungsaustausch mit Bring Your Own Device-Ansätzen in der Schule (Facebook-Registrierung erforderlich)

    Facebook-Freundschaften zwischen Schülern und Lehrern
    Frl. Rot, bloggende Lehrerin

    mediendidaktik.org: Aktueller Foliensatz zum Thema, November 2013
    Einsatz von mobilen Endgeräten in der Schule

    Quellenangaben

    • Ebert, L., Feierabend, S., Karg, U., & Rathgeb, T. (2011). JIM 2011 – Jugend, Information, (Multi-) Media – Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest.

     

    Foliensatz:

    Foliensatz des Vortrags in der Rathenau-Schule

    AlphaSphere Trigger Pads – Musik fürs Jetzt …

    Mittwoch, 21. März 2012

  • AlphaSphere
  • Didaktische Funktionen des Lehrbuchs der Zukunft

    Samstag, 17. März 2012

    Mein Vortrag auf der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft widmet sich dieses Jahr den didaktischen Funktionen des Lehrbuchs der Zukunft. Anhand von konkreten Beispielen versuche ich hier einen Überblick zu geben über die ersten Ergebnisse unserer Fokusgruppengespräche im Rahmen des TET-Projekts.

    Foto: Bestimmung der Schallgeschwindigkeit mit zwei iPads

    In unseren Gesprächen und Untersuchungen haben sich bisher drei Grundfunktionen des Lehrbuchs der Zukunft herauskristallisiert:

  • Experimentierkasten, um Phänomene in der Umwelt, sowie von theoretisch beschriebenen Wissenselementen erfahrbar zu machen
  • Schnittstelle für Kommunikation und Austausch
  • Sammlungsort für die persönliche Externalisierung von Wissen (Portfoliofunktion für Schüler und Lehrer)
  • Besonders spannend für den Unterricht in naturwissenschaftlichen Fächern ist die Möglichkeit, mit dem Lehrbuch der Zukunft direkt Messungen, Untersuchungen und Auswertungen durchzuführen. Lehramtstudierende unserer Universität haben diese Möglichkeiten mit Hilfe von Apps aktueller mobiler Endgeräte (Galaxy-Tab, Ipad, Iphone) untersucht.

    So wurde z.B. auf den Fluren unserer Uni die Geschwindigkeit des Schalls ermittelt, indem die Mikrofone von zwei iPads in exakt 10 Meter Entfernung auf den Boden gelegt wurden. Mit einem Klangholz wurde genau in der Mitte auf der 5-Meter-Marke ein Synchronisierungs-Klick erzeugt und dann hinter den iPads ein weiterer Klick. Diese Klicks wurden von beiden iPads aufgezeichnet.

    Foto: Auswertung der Messungen zur Schallgeschwindigkeit

    Die hohe Auflösung des eingesetzten Sound-Editors (WavePad) ermöglichte es, den zeitlichen Abstand der beiden Klicks exakt darzustellen. Aus der zeitlichen Differenz zwischen den Messungen der beiden iPads können die Lernenden dann die Geschwindigkeit des Schalls (Geschwindigkeit = Weg/Zeit) relativ genau ermitteln. Dieses Experiment lässt sich genauso auch mit Smartphones auf Basis von Android oder IOS-Systemen durchführen.

    Interessant ist hier z.B. auch das Projekt zur Ermittlung der Federkonstante: Ein Galaxy-Tab mit laufender App, die die Daten des eingebauten Bewegungssensors ausliest, wurde an die Feder gehängt und in vertikale Schwingung versetzt.

    Foto: Experiment mit dem Galaxy-Tab zur Ermittlung der Federkonstanten

    Die ermittelten Daten wurden anschließend an eine Excel-Tabelle übergeben. Sie konnten dann von den Studierenden grafisch veranschaulicht und ausgewertet werden. Aus den Abständen der jeweiligen Peaks der so entstandenen Sinus-Kurve lässt sich der Mittelwert ermitteln und daraus relativ exakt die Federkonstante berechnen.

    Auch die Portfoliofunktion und die Kommunikationsfunktionen werden in diesem Vortrag beleuchtet. Hier der komplette Foliensatz:

    Didaktische funktionen-dpg-2012-02-02 from Wolfgang Neuhaus

    Über weitere Anregungen und Ideen von Euch zu diesem Thema würde ich mich freuen.

  • Download des Artikels über das Open Journal System von Phydid

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