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Archiv für die Kategorie „Community“

Provoking active ways of learning

Donnerstag, 11. Juli 2013

At the Personal Learning Environment conference PLE 2013 in Berlin we presented first results of the validation process around the development of the Technology Enhanced Textbook. For those who couldn´t visit the conference: here you find the article and the slides of our presentation. More information about the project find at www.tetfolio.de and on the english pages of our homepage

 

The article

Technology Enhanced Textbook – Provoking active ways of learning from Wolfgang Neuhaus

 

The slides

Technology Enhanced Textbook – Provoking active ways of learning from Wolfgang Neuhaus

 

Video: Building a glass organ

 

Gruppe-Glas-Orgel-DSC06352

Spendet jetzt für Schulbesuche und Pullover unserer Freundinnen in Afrika: Tareto Maa!

Freitag, 7. Dezember 2012

Über unseren Freund Armin Erkens, der das Projekt Tareto Maa schon lange unterstüzt, haben wir direkten Kontakt zu Gladys Naingolai K. in Kenia, die dort vor Ort das Projekt Tareto Maa koordiniert. Tareto Maa arbeitet dort mit Mädchen, die auf der Flucht sind vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung.

Im Falle einer Spende können wir durch unsere persönlichen Kontakte garantieren, dass jeder Cent Eurer Spende auch direkt vor Ort ankommt und zweckgebunden genutzt wird. Die Plattform betterplace.org sorgt organisatorisch für eine solide Online-Abwicklung der Spenden. Die Finanzierung der betterplace-Plattform und deren Mitarbeiter erfolgt vollständig getrennt von den Direktspenden über die betterplace Solutions GmbH. Nähere Informationen zu diesem Unternehmen findet ihr auf der Homepage des Unternehmens. Um Eure Spendierfreude noch etwas anzustacheln, versprechen wir mit unserem Trash-Projekt »Tempelhof Starship Ensemble« (TSE) allen Spendern, dass wir – im Falle dass mehr als 15 Spender zusammenkommen – für Euch online ein Ständchen bringen. Meine Kumpels vom TSE nennen das „Weihnachtsrock“. Ich hab keine Ahnung was sie damit meinen aber ich werde im Falle der Umsetzung dafür sorgen, dass unser Ständchen auch genügend Ambient und Punk-Elemente enthält ;-) Zum Spenden nutzt bitte den Link zu unserer Tempelhof Starship Aktion . Jede Summe ist willkommen aber so richtig lohnen tut sichs eigentlich erst ab 20 EUR aufwärts …

  • Homepage: Tareto Maa-Projekt
  • betterplace Solutions GmbH
  • Tempelhof Starship Aktion
  • Projektmethode 2.0

    Dienstag, 17. Juli 2012

    Die Projektmethode ist eine Möglichkeit, kollektive Aneignungsprozesse bei Lernenden anzuregen. Individuelle Stärken der einzelnen Beteiligten können in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess für die Projektumsetzung nutzbar gemacht werden und erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens intrinsischer Motiviation. Der, durch die Akteure, selbstgesteuerte Prozess wird fokussiert und mitgesteuert durch das angestrebte Produkt und durch die Eigenschaften der zur Erstellung des Produktes notwendigen Materialien und Umweltbedingungen. In der heutigen Zeit bietet es sich an, bei der Planung und Umsetzung von Projekten, webgestützte Werkzeuge nutzbar zu machen, die die kollektiven Kommunikations- und Produktionsprozesse orts- und zeitunabhängig unterstützen und für alle Beteiligten transparent machen. Um derartige Prozesse auszulösen, gilt es gemeinsam ein Produkt zu definieren, das für die Zielgruppe, den anvisierten Themenkomplex oder für die Umgebung, in der die Akteure agieren, eine Bedeutung hat. In der Unterrichtspraxis unterscheidet Herbert Gudjons fünf Produkttypen, die wir (Neuhaus, Nordmeier & Kirstein, 2009) in einem Artikel zum Learners´Garden Projekt um einen weiteren – die Entwicklungsprodukte – ergänzt haben :

      1. Aktions- und Kooperationsprodukte
      (z.B. Podiumsdiskussionen, gezielte Aktionen)
      2. Vorführungs- und Veranstaltungsprodukte
      (z.B. Theateraufführungen, Filmvorführungen)
      3. Dokumentationsprodukte
      (z.B. Broschüren, Gutachten, Bücher, Webseiten, Multimediaproduktionen)
      4. Ausstellungsprodukte
      (z.B. Stellwände, Plakate, Wanderausstellungen)
      5. Gestaltungsprodukte
      (z.B. Begrünung, Campusgestaltung, Raum- und Gebäudegestaltung)
      6. Entwicklungsprodukte
      (Kooperationsprodukte, die weit über einzelne Lehrveranstaltungen hinaus gehen und durch Beteiligte über mehrere Semester hinweg ggf. auch in Institutionsgrenzen überschreitenden Lernzusammenhängen betreut, überarbeitet und aktualisiert werden)
      (In Ergänzung zu Gudjons: Neuhaus et al. 2009, S. 6)


    Abbildung: Lisa Vanowitch

    Die Bedeutung der Produktorientierung und der damit zusammenhängenden kollektiven Prozessdynamik, haben wir in unserer Arbeitsgruppe in einem Artikel für die Zeitschrift »Praxis der Naturwissenschaften« zusammengefasst:

    „Mit der gemeinsamen Festlegung konkreter Produkte, seien es physische Objekte, Aktionen, Projekte oder Text-, Bild- und Multimedia-Produktionen, die vielfältige, individuell herausfordernde Anlässe zur Konstruktion von Wissen bieten, lassen sich in unterschiedlichsten Themengebieten bei Schülerinnen und Schülern (selbstorganisierte) Lernprozesse auslösen. Nach Gudjons hat das an der Produkterstellung gewonnene Wissen eine besondere Qualität: Es ist individuell konstruiert, besonders gedächtniswirksam, in vielfältige Bezüge einer Sache vernetzt und handlungsrelevant (Gudjons 2008, S. 88). Aktuelle Erkenntnisse der Pädagogischen Psychologie unterstützen diese Erkenntnisse, die auch die Grundlage vieler reformpädagogischer Ansätze bilden (s. z.B. Dewey 1916). Das handlungstheoretische Motivationsmodell von Rheinberg besagt, dass es in einer konkreten Situation zu einer Intentionsbildung für eine Handlung kommt, wenn der Lernende eine positive »Kosten-Nutzen-Bilanz« zieht (Krapp & Weidenmann 2006, S. 222). Durch die Möglichkeit der Schülerinnen und Schüler zur Mitbestimmung und Auswahl bestimmter Produkte in einem Themenzusammenhang erhöht sich daher die Wahrscheinlichkeit, dass jede/r Einzelne von ihnen im Zuge einer Handlungsepisode motivationsbezogen diese positive Bilanz zieht und sich aktiv an einer Produktion und damit am Unterrichtsgeschehen beteiligt“ (Neuhaus & Nordmeier 2009, S. 23).

    Im Folgenden finden sich einige Beispiele und Links zu weiterführenden Darstellungen der Projektmethode, sowie zu frei zugänglichen Online-Werkzeugen, die bei der Planung und Umsetzung von Projekten hilfreich sein können.

    Projektbeispiel: Empirische Untersuchungen im Wald


    Abbildungen: Andreas Stockey

    Unter welchen Bedingungen gedeihen bestimmte Arten im Wald? Unter dieser Fragestellung hat Andreas Stockey am Oberstufenkolleg der Universität Bielefeld mit seinen Schülerinnen und Schülern ein Projekt durchgeführt, das online recht gut dokumentiert wurde: Projekt-Homepage

    Projektbeispiele: Location Based Learning


    Abbildung: Education in the Wild

    In diesem Blogbeitrag werden Projekte der University of Nottingham (UK), dem Futurelab und dem Cachewiki von Roland Dieterich vorgestellt. Das gemeinsame dieser Projekte ist es, dass mobile Endgeräte zur Umsetzung der Vorhaben eingesetzt werden: Blogartikel zum Location Based Learning

    Texte, Materialien und Kontakte rund um die Projektmethode


    (1) Projektunterricht, Projektstudium, Projektmanagement, Didaktik der Sozialwissenschaften, sowi-online
     


    (2) Projektlernen im digitalen Zeitalter, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg
     


    (3) Projektarbeit, Methodenpool, Uni Köln, Kersten Reich
     


    (4) Projektpraxis, Verein für Projektdidaktik e.V. (VfPd), Bielefeld
     


    Digitale Werkzeuge für die Projektarbeit

    1. Der Werkzeug-Pool im Learners´ Garden

    Zur Planung und Umsetzung von Projekten gibt es heutzutage zahlreiche – oft auch kostenlose – webbasierte Werkzeuge, die nützlich sind zum gemeinsamen Strukturieren, Kommunizieren, Präsentieren und Verteilen von Informationen. Im Online-Portal »Learners´Garden« werden solche Tools verfügbar gemacht. Auch wenn die Plattform – wegen mangelnder Finanzierung – im Augenblick nur auf Sparflamme aufrecht erhalten wird, lassen sich dort zahlreiche nützliche Online-Tools und erfahrene Lernende finden, die diese Tools bereits nutzen. Zur Homepage: »Learners´Garden«.


    Abbildung: Learners´Garden

     
    2. Das Adhoc-Lab im Learners´ Garden

    Im Rahmen des Learners´ Garden-Projektes entstand auch das »Adhoc-Lab«, ein Online-Mashup von kostenlos einsetzbaren Tools, das hier in einer Sandbox-Version im Rahmen der LehrerInnen-Ausbildung an der Freien Universität Berlin eingesetzt wurde. Bereitgestellt werden hier unter anderem Anwendungen wie ein kollektiv nutzbarer Texteditor (Etherpad), ein Diagramm-Editor, Tools zum finden von Fotos unter Creative Commons Lizenz und zum bearbeiten von Fotos, ein Blog und ein Wiki. Einige dieser Systeme erfordern eine Onlineregistrierung bei den jeweiligen Anbietern, die aber kostenlos ist. Bei Interesse können wir interessierten Projekten ein identisches Mashup bereitstellen: Zur Homepage: »Adhoc-Lab«.


    Abbildung: Learners´Garden

    3. Eigene Tools in Betrieb nehmen

    Für jede Art von Online-Tools gibt es unterschiedliche Lösungen und Anbieter. Um es Einsteigern nicht zu schwer zu machen, sind im Folgenden fünf klassische Online-Anwendungen konkreter Anbieter vorausgewählt worden, die sich vielfach bewährt haben und die kostenlos nutzbar sind. Bei jedem der fünf Anbieter ist eine Online-Registrierung erforderlich. Unmittelbar nach der Registrierung sind die Tools voll einsatzbereit. Alternativen zu diesen hier aufgeführten Anbietern finden sich z.B. im Learners´Garden

  • Wiki
    Wikis sind im prinzip beschreibbare Homepages, die über eine individuelle Internetadresse verfügen (URL) und die von beliebig vielen Nutzern beschrieben und editiert werden können. Wikis eignen sich besonders dafür, Inhalte strukturiert – versehen mit hierarchischer Navigation – aufzubereiten. Sowohl Text, Bild und Video kann in der Regel integriert werden. Änderungen in einem Wiki können zwischen den Autoren seitenbezogen, online diskutiert werden. Nach der Registrierung bei einem Online-Anbieter erhält man eine URL über die jeder Projektbeteiligte oder andere Interessierte dieses Wiki mit einem Browser aufrufen können. Hier ist derzeit das PB-Works-Wiki zu empfehlen, solange es kostenlos angeboten wird:
    PBWorks: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Blog
    Blogs sind – wie Wikis – ebenfalls beschreibbare Homepages, die sich vom Wiki vor allem dadurch unterscheiden, dass jeder Eintrag in einem Blog in chronlogischer Reihenfolge – tagebuchartig – dargestellt wird. Jeder einzelne Eintrag im Blog kann kategorisiert und verschlagwortet werden (tagging) und ist dadurch sowohl über das Internet als auch innerhalb des eigenen Blogsystems gut durchsuchbar. Leser des Blogs können einzelne Blogbeiträge öffentlich sichtbar kommentieren und diskutieren. Weltweit hat das Blogsystem WordPress hohe Akzeptanz. Auch hier gibt es einen kostenlosen Online-Service:
    WordPress: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Kollektiver Texteditor
    Zum Verfassen von Texten, gemeinsam mit mehreren Autoren – auch zeitgleich – eignen sich Texteditoren, die über eine URL aufrufbar sind. Besonders beliebt ist der Online-Editor »Etherpad« , die Programmierer dieses Tools wurden von Google abgeworben. Der Editor selbst wurde daraufhin als Open-Source-Lösung der Online-Community zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Anbieter bieten diesen Editor online zur Nutzung an. Gute Erfahrungen gibt es unter anderem mit dem Anbieter Titanpad:
    TitanPad: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Mikroblog
    Mikroblogs sind webbasierte Systeme, die eine schnelle Kommunikation in einem selbstdefinierten offenen Netzwerk ermöglichen. Ein Eintrag in einem solchen Mikroblog hat üblicherweise nicht mehr als 140 Zeichen. Dafür lassen sich die Einträge mit jeglicher Art im Web gelagerter Dokumente verlinken und durch sogenannte Hashtags (Beispiel: #mikroblogging) verschlagworten, so dass – je nach Nutzerverhalten – effiziente fachspezifische Kommunikationen und Informationsverbreitungen möglich sind. Der am weitesten verbreitete Mikroblog-Dienst ist Twitter:
    Twitter: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Webbasierte Dateiablage
    Zur Ablage und Verteilung von digitalen Dokumenten eignen sich webbasierte Dateiablagen oder sogenannte »Cloud-Services«. Hier werden im Web Festplattenbereiche angeboten, auf denen die relevanten Dokumente für ein Projekt über ein Web-Interface – sortiert und verschlagwortet – abgelegt werden können. Auch Zugriffsbeschränkungen auf die Dokumente lassen sich individuell konfigurieren. Zu empfehlen ist bei derartigen Services derzeit Dropbox:
    Dropbox: >> Homepage | >> Registrierung | >> Bedienungshinweise |

  • Weiterführende Literatur zur Projektmethode

    • Boaler, J. (1998). Open and Closed Mathematics: Student Experiences and Understandings. Journal for Research in Mathematics Education, (Vol. 29 No. 1), 41-62.
    • Dewey, J. (1916). Democracy and Education. The Macmillan Company. Retrieved July 5, 2012, from http://www.ilt.columbia.edu/publications/dewey.html
    • Dewey, J. (1993). Demokratie und Erziehung (Jürgen Oelkers, Ed.). Weinheim und Basel: Beltz.
    • Dietz, M., Döring, T., Emer, W., Sagasser, H., Schöbel, R., Schumacher, C., et al. (2010). Unter die Lupe genommen: Die Umsetzung von Projektunterricht und Projektkultur an sechs Schulen in NRW. Eine vergleichende qualitative Untersuchung zur gymnasialen Oberstufe. TRIOS, (2/2010).
    • Duncker, L., & Götz, B. (1984). Projektunterricht als Beitrag zur inneren Schulreform. Langenau-Ulm: Armin Vaas Verlag.
    • Emer, W., & Rengstorf, F. (2010). Bedeutung einer Projektkultur an Schulen und ihre Merkmale. TRIOS, (2/2010).
    • Emer, W., Rengstorf, F., & Schumacher, C. (2010). Der Projektunterricht in der Bildungsdiskussion. TRIOS, (2/2010).
    • Frey, K. (1993). Die Projektmethode. Weinheim und Basel: Beltz.
    • Gudjons, H. (2008). Handlungsorientiert lehren und lernen – Schüleraktivierung – Selbsttätigkeit – Projektarbeit. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
    • Hongler, H., & Willener, A. (1996). Die Projektmethode in der soziokulturellen Animation. Luzern: Fachverlag HFS Zentralschweiz.
    • Kerres, M., & de Witt, C. (2004). Pragmatismus als theoretische Grundlage für die Konzeption von eLearning. In H. O. Mayer, & D. Treichel (Eds.), Handlungsorientiertes Lernen und eLearning. München Wien: Oldenbourg Verlag.
    • Krapp, A., & Weidenmann, B. (Eds.). (2006). Pädagogische Psychologie. Weinheim Basel: Beltz PVU.
    • Neuhaus, W. (2007). Web 2.0 und der Kampf der Begriffe. Berlin: Blog Mediendidaktik. Retrieved July 5, 2012, from http://mediendidaktik.port07.de/docs/neuhaus_2007_04.pdf » Download PDF
    • Neuhaus, W., & Nordmeier, V. (2009). Produktorientiertes Lernen mit webgestützten Werkzeugen. Praxis der Naturwissenschaften, (7).
    • Neuhaus, W., Nordmeier, V., & Kirstein, J. (2009). Learners´Garden – Aufbau eines Community getriebenen Werkzeug- und Methodenpools für Lehrende und Studierende zur Unterstützung produktorientierter Formen des Lehrens und Lernens. In N. Apostolopoulos, V. H.: M. Hoffmann, & A. Schwill (Eds.), E-Learning 2009 – Lernen im digitalen Zeitalter. Münster/New York/München/Berlin: Waxmann. » Download PDF
    • Neuhaus, W. (2012). Didaktisches Design und die Transformation von Wissen im digitalen Zeitalter. Berlin: Blog Mediendidaktik. Retrieved July 14, 2012, from https://mediendidaktik.org/docs/didaktisches-design-neuhaus.pdf
      » Download PDF
    • Rasfeld, M., & Spiegel, P. (2012). EduAction – Wir machen Schule. Hamburg: Murmann.
    • Rengstorf, F., & Schumacher, C. (2010). Projektarbeit und Projektunterricht in der schulischen Wirklichkeit – ein Niemandsland in der empirischen Unterrichtsforschung? TRIOS, (2/2010).
    • Wenger, E., Trayner, B., & Latt, M. de. (2011). Promoting and assessing value creation in communities and networks: a conceptual framework. Heerlen: Ruud de Moor Centrum.

    Didaktisches Design und die Transformation von Wissen im digitalen Zeitalter

    Mittwoch, 20. Juni 2012

    Es ist vollbracht: der – im Community-Review-Verfahren, sowie vor Ort in der Ringvorlesung in Köln – diskutierte und überarbeitete Text zum Didaktischen Design liegt jetzt als zitierfähiger Volltext vor und steht zum Download bereit. Ich möchte mich hiermit nochmal herzlich bedanken, bei allen 18 Reviewern und den TeilnehmerInnen vor Ort in Köln und Magdeburg, die mich mit absolut hilfreichen Hinweisen und weiterführenden Literaturempfehlungen versorgt haben.

    Bei der Überarbeitung des Textes habe ich mich bemüht, alle diskutierten Fragen zu berücksichtigen, soweit sie dazu beitrugen, die Argumentationslinie des Textes schärfer zu konturieren. Einige Punkte, für deren (Re-)Formulierung ich mir teilweise auch die diskutierten Originaltexte besorgt habe, möchte ich hier kurz hervorheben, um deutlich zu machen, wo die entscheidenden Änderungen und Ergänzungen am Text durchgeführt wurden.

    Innovation

    Martin Lindner und Norbert haben zu recht deutlich gemacht, dass der Begriff Innovation geklärt sein sollte, bevor er zur Definition des Bildungsbegriffs herangezogen werden kann. Entsprechend habe ich einen Abschnitt zum Thema Innovation eingefügt, der sich vor allem auf den Artikel „Die Innovationen der Gesellschaft“ von Werner Rammert stützt. Rammert führt hier aus, warum der klassische, ökonomische Innovationsbegriff dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr gerecht wird und präsentiert eine vorläufige umfassendere Definition von Innovation, die soziale und kulturelle Aspekte der gesellschaftlichen Entwicklung mit einschließt.

    Beschleunigung

    Christoph Schmieding hat – unter Berufung auf Vera King und Hartmut Rosa – darauf hingewiesen, dass, Bildung als permanente Innovation aufzufassen, problematisch sei, wenn man Kings Einschätzung teilt, dass sich durch zunehmende Beschleunigungen in den Generationenbeziehungen die kollektiven Rhythmen des sozialen Lebens weitgehend auflösen. Ich habe im überarbeiteten Text versucht, Vera Kings und Hartmut Rosas Argumentation nachzuzeichnen und dieser die Einschätzung von Hartmut Böhme entgegengesetzt, der aus kulturwissenschaftlicher Perspektive erklärt, dass gesellschaftliche Umbrüche schon immer als Beschleunigung erfahren wurden und dass der Mensch evolutionsgeschichtlich über erhebliche Anpassungsfähigkeiten verfügt.

    Bildung

    Bezüglich des Bildungsbegriffs haben Matthias Andrasch und Martin Lindner auf den strukturalen Bildungsbegriff von Jörissen/Marotzki hingewiesen. Stefan Iske hat darüber hinaus auf die transformatorische Bildungstheorie von Hans-Christoph Koller aufmerksam gemacht, die für mich eine spannende Neuentdeckung war. Beide Ansätze habe ich in einem zusätzlichen Absatz kurz erläutert und zur von mir vorgeschlagenen Definition in Beziehung gesetzt. Klaus Meschede plädierte dafür, ganz auf die Begrifflichkeiten Bildung und Innovation zu verzichten, diesem Vorschlag bin ich nicht gefolgt. Hier die Online-Diskussion dazu: #comment-67

    Didaktik

    Das Theorie-Praxis-Problem der Didaktik habe ich etwas ausführlicher herausgearbeitet, indem ich mit Dewey und Hetzel pragmatistisch argumentiere, dass wissenschaftliche Theorie nur eine besondere Form der Praxis ist. Der Praxisbegriff bei Dewey wird kurz erläutert und von Habermas´s Theorie kommunikativen Handelns – auf die Frieder(IttnerFA) in der Online-Diskussion hingewiesen hatte – abgegrenzt. Die strukturalen Aspekte von Bildung und Didaktik, auf die Stefan Iske mehrfach hingewiesen hat, sind aus meiner Sicht mögliche, aber nicht zwingende, Analysemöglichkeiten, die den Disput zwischen Lehr-Lernforschung und Allgemeiner Didaktik nicht wirklich auflösen.

    Design

    Wenn wir von Didaktischem Design reden, müssen wir natürlich auch den Design-Begriff klären, worauf Martin Lindner aufmerksam gemacht hat. Aus Zeitgründen und weil die Beschreibung für meine Argumentationslinie sehr treffend ist, habe ich hier einfach aus dem Wikipedia-Artikel zum Thema Design zitiert. Zudem habe ich diesen Abschnitt um Flechsigs Definition des Didaktischen Designs ergänzt.

    Komposition

    Zum Schlagwort »Komposition« hat Stefan Iske ein schönes Zitat von Nam June Paik beigetragen, dass zwar nicht Eingang in den Text gefunden hat, aber weil es so schön ist, soll es hier nochmal vorgetragen werden: “Es ist nicht das Wichtigste, neue Dinge zu entdecken, es ist das Wichtigste, neue Beziehungen zwischen existierenden Dingen herzustellen.”

    Output-Orientierung

    Das Thema Output-Orientierung (Bildungsstandards, Zensuren, etc.) habe ich im Text nicht weiter vertieft, weil da so viele Argumente auszutauschen wären, dass es schwer würde, eine transparente Argumentationslinie aufrecht zu erhalten. Vielleicht ist das ja ein Thema für eine spätere Publikation. Hier stattdessen der Link zur Online-Diskussion zu diesem Thema: #comment-40

    Lebenslänglich

    Zum Schluss noch ein paar Sätze von mir und Nicole D. dazu, warum ich den von Martin Lindner in Erinnerung gebrachten Begriff „Lebenslanges Lernen“ so ungerne benutze: #comment-24

    Flechsig

    Absolut spannend war für mich im Nachgespräch zum Vortrag, was Stefan Iske über Karl-Heinz Flechsig berichtete, den er noch persönlich an der Hochschule kennenlernen konnte: Flechsig hat sich wohl mehrfach empört darüber geäußert, dass sein in der Didaktik entwickelter Begriff des »Didaktischen Designs« von Vertretern der Instruktionspsychologie gekapert und uminterpretiert wurde. Vielleicht kann der hier vorliegende Artikel einen Beitrag dazu leisten, »Didaktisches Design« wieder zurück zu erobern und für die Lehrerbildung fruchtbar zu machen … Ich bin gespannt auf die weitere Diskussion.

    Zitationsweise:
    Neuhaus,W. (2012). Didaktisches Design und die Transformation von Wissen im digitalen Zeitalter. Blog Mediendidaktik. Retrieved June 18, 2012, from https://mediendidaktik.org/docs/didaktisches-design-neuhaus.pdf

  • Download des Artikels über mediendidaktik.org
  • Der Foliensatz zum Vortrag:

    Didaktisches design-2012-05-16 from Wolfgang Neuhaus

    Köln, 16.5.2012
    Ringvorlesung: Transformationsprozesse der Didaktik – Lehren und Lernen im medialen Wandel, Uni Köln

    Visionäre gesucht !

    Donnerstag, 14. Juni 2012

    Das mediaCube-Projekt des Medieninnovationszentrums Babelsberg (MIZ) sucht Teams mit Visionen, die ein Interesse daran haben, neue Medienformate und -technologien mit einem konkreten Nutzen für die allgemeine Öffentlichkeit zu entwickeln. Für Studierende höherer Semester und freischaffende Entwickler aus dem Raum Berlin-Brandenburg bietet das MIZ sowohl professionell ausgestattete Räumlichkeiten für ein Jahr als auch Produktionszuschüsse für die Realisierung innovativer Ideen. Bewerbungsschluss ist der 30.6.2012.

    Weitergehende Informationen:

  • Ausschreibung (PDF)
  • Projekt-Homepage

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